Terminvergabe Kernspin

»Es ist wirklich zum Haare raufen!« Wenn heute ein kassenversicherter Patient einen Termin zum MRT wünscht, können wir ihm oft erst einen Termin in 2–3 Monaten anbieten. Warum ist das eigentlich so?

In unserer Praxis gibt es eine immense Nachfrage an Kernspinuntersuchungen. Ein solches Gerät benötigt aber eine definierte Zeit – durchschnittlich etwa 20 Minuten – für eine Untersuchung. Folglich sind pro Tag nur eine limitierte Anzahl an Untersuchungen – ca. 24 Untersuchungen in 8 Stunden – möglich.

Hinzu kommt, dass Radiologen wie auch alle anderen Fachärzte, nach dem neusten Stand der Gesundheitspolitik sowie der Vorschrift der Kassenärztlichen Vereinigungen, an ein festgelegt Regelleistungsvolumen (RLV) gebunden sind. Es handelt sich dabei um eine festgelegte Anzahl an Patienten, die der Arzt im Quartal untersuchen darf. Dafür bekommt er pro Fall einen festgelegten Fallwert in Euro ausgezahlt. Untersucht er mehr Patienten als ihm zugesprochen wurde, bekommt er nicht einen Cent mehr Geld von der KV.

Bereits heute untersuchen wir in unserer Praxis etwa 40 % mehr Kassenpatienten, als wir vergütet bekommen!

Noch mehr Geräte aufzustellen, würde ebenfalls nicht weiterhelfen, da wir trotzdem keine Vergütung für diese Mehrleistung bekämen, denn wie bereits erwähnt, ist die Anzahl der Fälle pro Arzt ja limitiert.

Stellt sich die Frage, warum bekommt der Privatpatient schneller einen Termin? Nun, das hat damit zu tun, dass der Arzt für Privatpatienten, die er untersucht und behandelt, vom Gesetzgeber keine festgelegte Anzahl an Patienten »aufgedeckelt« bekommen hat. Hier funktioniert Angebot und Nachfrage.

Ohne die Mischkalkulation von Kassenmedizin und Privatmedizin, wäre die kassenmedizinische Gesundheitsversorgung in Deutschland bereits seit Jahren nicht mehr möglich – insbesondere in einem so hochtechnisiertem Fachgebiet wie der Radiologie.